Hast du einen guilty pleasure Song ? einen Künstler oder ein
Genre? Wenn ja warum, und würdest du das zugeben?
Studentinnen der Vorlesung Berufsfeld Musikwissenschaft an
der Universität Graz haben folgende Beiträge gestaltet: über Musiktherapie,
Stimmen des Jazz, Guilty pleasure und Fade in the females.
Die heutige Sendung in der Reihe Future Art Podcast des Ö1
Campus Radio blickt in die gegenwärtigen Anwendungen und Zukunft der
Musikbranche: von Musiktherapie über Stimmen des Jazz und Guilty Pleasure Songs
bis hin zur weiblichen DJ-Szene in Graz. Sie hören als ersten Beitrag
“Musiktherapie - eine Reportage: Lebenshilfe oder politische Agenda“. Musik
kann beruhigen, motivieren – und manchmal sogar dabei helfen, seelische
Belastungen zu verarbeiten. Genau damit beschäftigt sich die Musiktherapie,
eine besondere Form der Psychotherapie. Zwischen Kunst und Therapie eröffnet
Musik neue Wege – Wege, die berühren, oft dort, wo Worte nicht mehr ausreichen.
Doch der Zugang zur Musiktherapie ist noch immer begrenzt, obwohl ihr Potenzial
längst erkannt ist. Vielleicht stellt sich deshalb die Frage, ob sie künftig
ein fester Bestandteil unseres Gesundheitssystems wird. Denn Musiktherapie ist
mehr als ein ergänzendes Angebot – sie kann ein persönlicher Zugang zu Heilung
sein. In einem größeren Zusammenhang gedacht, gehört auch Psychotherapie
zunehmend zu einer Art innerer persönlichen Hygiene, so selbstverständlich wie
körperliche Pflege. Musik könnte dabei eine Brücke schlagen – zwischen Emotion,
Gesundheit und einem neuen Verständnis von Fürsorge.
“Guilty Pleasure -
Warum schämen wir uns für bestimmte Musik?” gewährt in Kurzinterviews einen
Einblick in den Musikgeschmack der Menschen in Graz. Fast jede und jeder hat
einen Song, den man heimlich gerne hört, aber vielleicht nicht offen zugibt. Ob
Boybands, Schlager oder alte Popsongs: Manche Musik wird schnell als „peinlich“
abgestempelt. Die Antworten zeigen: Viele Menschen verbinden bestimmte Musik
mit Scham oder Unsicherheit. Musikgeschmack scheint also nicht nur persönlich
zu sein, sondern auch davon abzuhängen, wie andere darüber urteilen. Vielleicht
sagt unser Musikgeschmack weniger darüber aus, wer wir sind – sondern mehr
darüber, welche Erwartungen an uns gestellt werden.
“Stimmen des Jazz - Frauen zwischen Praxis und
Wissenschaft”: Jazz gilt als frei und grenzenlos. Doch stimmt das wirklich –
vor allem für Frauen? In dieser Campus
Radiosendung werfen treffen wir zwei Frauen aus der Grazer Jazzwelt, eine
Jazzsängerin und eine Masterstudentin am Institut für Jazz &
Popularmusikforschung an der Kunstuniversität Graz. Zwei Perspektiven und eine
gemeinsame Erfahrung.”
Wir bleiben beim Thema geschlechtergerechte Repäsentation in
der Musiszene im letzten Beitrag: die weibliche DJ-Szene in Graz. “Fade in the
females” über die Riot-Grrrl-Bewegung vom Anfang der 90er-Jahre als
feministische Gegenbewegung innerhalb der Punkszene. Mit Zines, Konzerten und
politischen Aktionen machten die Riot Grrrls auf Sexismus und mangelnde
Sichtbarkeit von Frauen und queeren Personen aufmerksam. An diese Haltung
knüpft auch der Grrrls Kulturverein Graz an: Ziel des Vereins ist es, FLINTA*-Personen
eine Bühne zu bieten und Nachwuchskünstler*innen zu fördern. Dafür gibt es ein
vielfältiges Angebot, darunter eine Radiosendung auf Radio Helsinki, einen
Chor, das Sterrrn-Festival sowie DJ-Workshops.


