hier geht's zum Livestream:

Mittwoch, 25. November 2020

CORONATALK mit Dr. Marco Pogo -Wir haben die Maske voll

„Die Bierpartei, die hom ja kein gscheits Programm, das is ja ois zam ein Scherz.“ (ein Wiener) Nach diesem Interview garantiert nicht mehr! Die Bierpartei ist längst keine Satire oder Spaßpartei mehr, es geht um mehr, es geht um Inhalt, es geht um Wien, um Menschen und ein bisserl a Humor hat noch keinem geschadet! Wir befinden uns mitten im 2. Lockdown, Corona hat uns fest im Griff, auch und vorallem die Kunstschaffenden. Dominik Wlazny aka Dr. Marco Pogo beantwortet unsere Fragen und lässt uns tief in seine politische und private Seele blicken. Arzt, Musiker, Politiker, Biertrinker, …. Mensch. Wagen Sie mit uns (Judith Jandl und Christoph Jainek) einen authentischen Blick hinter und vor die Kulissen der Bierpartei und lernen Sie Dominik… äähm Dr. Marco Pogo so kennen, dass der erste Satz seinen Halt verliert. A Mensch is a Mensch – Dr. Marco Pogo

Freitag, 30. Oktober 2020

Der gute Ton 2.11.2020 Ein F A L für 3 - Das neue Future Art Lab am mdw-Campus (Arbeitstitel)

"Future Art Lab -  Ausbildungsstätte der Zukunft"


Hundeknochen, Freiluftbüro, Akkuschrauber“. Jakob Kainz und Lissie Rettenwander waren in den letzten zwei Oktoberwochen 2020 im future art lab (kurz FAL) unterwegs. Das neue Gebäude auf dem mdw-Campus. Erstmals sind folgende drei Institute unter einem Dach versammelt: "Institut für Konzertfach Klavier" (Institut 4), "Institut für Film und Fernsehen" besser bekannt als „Filmakademie Wien“ (Institut 11) und "Institut für Komposition, Elektroakustik und TonmeisterInnen-Ausbildung" (Institut 1). Es folgen einige Reaktionen von Studierenden, zukunftsweisende institutsübergreifende Gespräche zwischen Lehrpersonen und ein akustischer Rundgang durchs neue Gebäude.
Die Situation: letzte Bauarbeiten und Covid-19 Regelungen… kurz vor dem zweiten Lockdown. 

Montag, 20. April 2020

Aus der Konserve
Gedanken zum Radio der Zukunft von Konstantin Kuzmanovski


In der Zukunft fliegen uns spacige Aircrafts um die urbanen Ohren. Außerdem übernehmen uns Roboter die Zukunftsarbeit. In der Zukunft werden wir nicht mehr krank, Chips in unseren Körpern regeln das.

Das ist die Zukunft. Sie ist leise, schön, hocheffizient und ein Wunder der Technologie.
Leider ist unser Verbrauch so groß, dass wir als Menschheit die eigene Lebensgrundlage bis ins Eck ausbeuten. Das Träumen haben die Boomer übernommen, junge Leute heute müssen sich andere Fragen stellen.

Ich soll etwas zum Radio der Zukunft schreiben. Ich war zuerst ideenlos, und hab den Begriff dann einfach gegoogelt. Die Zukunft des Radios scheint in 5G zu liegen, oder nicht wie andere behaupten. Oder in Podcast-Formaten, jedenfalls Stream, man möchte Schritt halten.

Schritt halten: wer gibt das Tempo an?
Fortschritt ist Verschleißprodukt, wenn er über die eigene Grundlage hinwegzieht. Wird heute etwas entwickelt, muss es mit den aktuellen Trends konform sein, um sich die Legitimierung in der Führungsetage zu sichern.

Dabei denke ich: es gibt den Fortschritt nicht als eine geschichtliche Entwicklung. Etwas kann nur anders sein als es früher einmal war.
Geht es Menschen schlecht, und ist das zu ändern, soll das unbedingt getan werden. Das ist dann aber kein Fortschritt, sondern ein In-Balance-halten. Unsere Welt ist stark vergesellschaftlicht, daher ist das überhaupt notwendig (=Politik).

Konservativ sein

Pfui! Denkt man sich als noch so linker automatisch.
Dabei ist ein gewisses Maß an Besinnung auf bereits Getanes, Gedachtes, Geschriebenes so wichtig heute.
Heute nämlich, so der Zeitgeist, „zählt die originäre Entwicklung um ihrer Selbst willen“ mehr als das schon Bekannte.
Der Künstler Peter Ablinger sagt: „[…] Lernen, dass Bewahren ein wichtigeres Ziel ist als Verbrauchen“.
Qualitative Merkmale wurden ihm zufolge in den letzten Jahrzehnten zunehmend durch Entstehungsdaten ersetzt. Die Inthronisierung des, wie Ablinger es nennt, „Kalter-Krieg-Kriteriums“, das Kriterium des Zuerst.
Wer schickte die erste Rakete in die Umlaufbahn, wer schaffte den ersten bemannten Allflug, wer den ersten Beweibten, wer war zuerst am Mond, etc.

Unsere Kultur heute legt großen Wert auf Kreativität: originelle Erkenntnisse, die unerwartet auftauchen. Der Sensationswert und damit die Aufmerksamkeit, die sich zu Geld machen lässt, ist hier größer als bei der bloßen Überlieferung.

Geschichtliche Rückblicke sind wertvoll, nicht weil früher irgendetwas besser war, sondern um uns daran zu erinnern, dass es nicht sein muss, wie es ist. Es gab einmal völlig andere Paradigmen von Wertvorstellungen und es wird andere geben. Angesichts unserer begrenzten Zeit bis zum Klimakollaps, bitte schnell!

Eine wesentlich nachhaltigere Moralvorstellung als die des Verschleißes, des Neuen, des Mehrverbrauchs klingt aus heutiger Sicht auf den ersten Blick konservativ, im negativen Sinne. Dabei bedeutet konservieren nur bewahren. Wertkonservative bewahren kategorisch das, was sie kennen. Man sollte aber bewahren, was gut ist.

Konfuzius spricht von der Bedeutung eines umfassenden, in jahrelanger Arbeit erworbenen Wissens. Tugenden müssen ein Leben lang gepflegt und kultiviert werden. Wer man wirklich ist, bestimmen tiefsitzende Verhaltensmuster.
Ein wichtiges Tool dabei ist das wiederholte Erinnern, und erinnert werden an Dinge, die man vielleicht schon weiß. Konfuzius sah sich nur als Übermittler: „beschreiben und nicht machen“.

„Wir brauchen ein Korrektiv für unsere Maßlosigkeit. Die moderne Welt ist zwanglos, egalitär und auf Neuerungen fixiert. Im Umkehrschluss laufen wir Gefahr, impulsiv, respektlos und nachlässig zu handeln.“

Das Radio der Zukunft könnte zu einem Radio der Gegenwart werden.

Als Medium zeichnet sich das klassische Radio dadurch aus, dass es zentralistisch und von einem physischen Ort aus gesendet wird. Es gibt zwar Sender, zwischen denen man wählen kann, im Groben ist aber das Gerüst der Sendung fest und in der Zeit für alle gleich, die daran teilnehmen. Das ist heute oldschool und eine Form der Zwangsbeglückung. Hier liegt die Chance für ein Korrektiv.

Die Arbeit der bewahrenden und übermittelnden Archivare ist genauso wichtig wie die Arbeit der Kreativen, die Revolutionär spielen. Ö1 ist schön konservativ und damit sich der Fuchs in den Schwanz beißen kann, soll das auch so bleiben!

     (Gedankenstrich)