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Montag, 15. November 2021

Der gute Ton 22.11.2021: Wie für einen Podcast komponieren? Klingende Zeitgeschichte, Kapitel 2 – Die Akademisierung der Schönbergschule

Die Klingende Zeitgeschichte setzt sich mit der Geschichte der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) auseinander. In der dreiteiligen Podcastreihe werden verschiedene Randgeschichten der mdw präsentiert und mithilfe von Originalzitaten und Dokumenten hörbar gemacht. „Der gute Ton“ stellt dieses institutsübergreifende Projekt vor.

Das zweite Kapitel rekapituliert das Verhältnis zwischen Arnold Schönberg und der mdw. Moderatorin Anna Warzinek thematisiert mit dem Komponisten Haruki Noda Schönbergs Kontakte und Tätigkeiten an der mdw, die sogenannte Schönbergschule und sein Erbe, das bis in die Gegenwart reicht.

Haruki Noda ist musikalischer Leiter des Projekts "Klingende Zeitgeschichte" und er erzählt vom  Prozess des Komponierens zu einem vorgegebenen Text. Sieben Studierende des Kompositionsstudienganges der mdw haben Musik für den Podcast geschaffen.

Montag, 25. Oktober 2021

Der Gute Ton 25.10.2021: Klingende Zeitgeschichte, Kapitel 1 - Der Fall Lilly Pollak


Die Klingende Zeitgeschichte setzt sich mit der Geschichte der Universität für Musik und darstellende Kunst auseinander. In der dreiteiligen Podcastreihe werden verschiedene Randgeschichten der mdw präsentiert und mithilfe von Originalzitaten und Dokumenten hörbar gemacht. Der Gute Ton stellt dieses fakultätsübergreifende Projekt vor.

Kapitel 1 der Klingenden Zeitgeschichte trägt den Titel: "Das Musikakademiegesetz von 1931 - Der Fall Lilly Pollak". Erzählt wird darin die Geschichte einer Studentin und ihres Kampfes gegen die Reformpläne des Hochschulrektors Karl Wiener. Zu Gast ist die Autorin Eva Schörkhuber.

Moderation und Ton: Christoph Jainek
Foto: Privat

Montag, 27. September 2021

Der Gute Ton 27.09.2021: Musiksendung - Hör' mal wer da mischt



In der heutigen Sendung steht das Musikhören im Vordergrund.
Tonmeisterstudent Jakob Kainz spielt Aufnahmen von und mit Tonmeisterstudierenden der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Neben lustigen Hintergrundgeschichten zeigt sich eine breite Palette von Genres, Klangvorstellungen, aber auch die unterschiedlichen Rollen der Tonmeister*innen, die manchmal auch ihr Können als Musizierende beweisen, werden deutlich. Schließlich braucht es wesentlich mehr als technische Fertigkeiten um eine gelungene Aufnahme zu produzieren. 
Gutes Gehör, musikalisches Gespür und das gewisse Etwas. 


Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie die Musik!

 
Moderation & Ton: Jakob Kainz
Foto: pixabay

Montag, 30. August 2021

Der gute Ton 30.8.2021: Schafe auf der Insel

Zu Gast im Studio ist URSULA KÖNIGER, Betriebsleiterin WUK bio.pflanzen. Dort kommen die Schafe her, die zurzeit auf der Donauinsel weiden. "Die Beweidung von Kulturflächen mit Krainer Steinschafen schafft erweiterte Lebensräume für Insekten, Vögel und Amphibien und vergrößert die Artenvielfalt," steht auf https://www.wuk.at/soziale-landwirtschaft/bioschafe/. Und: "Genug vom Rasen mähen? WUK bio.schafe kommen zu Ihnen nach Hause."
 
Moderation: Lissie Rettenwander

Musik: Lissie Rettenwander / Aufnahme: Gustavo Petek

Ton: Hans Groiss 

Foto: WUK

Dienstag, 3. August 2021

Der gute Ton 2.8.2021 Singen Beten Gedenken



Die Lehrveranstaltung Musikwissenschaft und Rundfunk mit Studierenden der KFU und der KUG Graz, wie alljährlich geleitet von Irene Suchy, im Sommersemester hat trotz der Corona-Hürden nach langen Zoom-Sitzungen auch ganz normales Radio produziert.

Was mussten für Hürden überwunden werden!:

Rasenmäher in Outdoor-Befragungen oder Störgeräusche bei Telefon- und Zoom-Interviews oder die Stimme hinter der Maske !

Was wurde alles vermisst: der Volksgesang in der Kirche oder das Live-Konzert mit Applaus und den Stimmen des Publikums.

Trotzdem:

3 Beiträge entstanden aus bereits wissenschaftlich bearbeiteten Themen, recherchiert, präsentiert und produziert im ORF Funkhaus von Chan-Dae Choi, Stefanie Liang und Markus Garber.

 

„Opern gegen das Vergessen“ – Nonos Intolleranza 1960 und Weinbergs Die Passagierin

Musik dient zur Unterhaltung, auch, aber: Musik kann noch mehr bewirken. Zum Beispiel wachrütteln, auf etwas aufmerksam machen oder lang gehegtes Schweigen durchbrechen. Den beiden Komponisten Luigi Nono und Mieczysław Weinberg ist all dies in ihren musiktheatralen Werken gelungen.

Nonos politisches Engagement und Weinbergs persönliche Betroffenheit von Kriegsgeschehnissen resultierten in Opern mit einer starken Botschaft gegen das Vergessen. Einem Vergessen von vergangenen Verbrechen und der damit einhergehenden Intoleranz, die die Menschen distanzierte und manche Menschen gar nicht mehr Mensch sein ließ. Zwei Opern, die jeweils eine eigene Geschichte erzählen und nichtsdestotrotz Gemeinsamkeiten aufweisen.

Sie berühren. Regen zum Nachdenken an. Zudem weisen sie darauf hin, dass Vergangenes nicht zwangsläufig in der Vergangenheit bleiben muss.

 

Singen in der methodistischen Kirche

Die Evangelisch-methodistische Kirche feiert im Jahr 2021 das Jubiläum „150 Jahre Evangelisch-methodistische Kirche in Österreich“ und gehört in Österreich zu den kleinsten evangelischen Kirchen. Die historischen Wurzeln reichen zurück in das 18. Jahrhundert und können auf die Reformatoren John und Charles Wesley zurückgeführt werden. Zu dieser Zeit haben sich v.a. in angelsächsischen Raum zahlreiche Menschen von den christlichen Kirchen abgewandt, da die Aufklärung mit ihrer Betonung der Freiheit eine anziehende Alternative geboten hat. In England ist diese Herausforderung besonders groß gewesen, da die Entwicklung im Vergleich zu anderen europäischen Ländern weiter fortgeschritten gewesen ist. John Wesley gilt zusammen mit seinem Bruder Charles Wesley als Begründer der methodistischen Bewegung. John Wesley hat sich v.a. an die sozial schwache Arbeiterbevölkerung zugewandt und sich für die Beseitigung sozialer Missstände eingesetzt. Charles Wesley hat überwiegend geistliche Lieder komponiert, die für die Erneuerungsbewegung von zentraler Bedeutung gewesen sind und bis heute noch über konfessionelle Grenzen hinweg gepflegt werden – hier bspw. Hark! the Herald Angels sing. Heute gehören den methodistischen Kirchen weltweit 80 Millionen Menschen an.

 

Die Wiener Hofmusikkapelle – Struktur,  Institution, Funktion

Ein Gespräch mit dem Generalsekretär der österreichischen Bischofskonferenz und Rektor der Wiener Burgkapelle DDr. Peter Schipka.

Die Hofmusikkapelle kann auf eine lange und gelungene Geschichte zurückblicken, sie ist 1498 unter dem Kaiser Maximilian I. gegründet. Zu den ursprünglichen Aufgaben dieser Einrichtungen zählte von Beginn an die musikalische Begleitung von kirchlichen Messen und die Repräsentation des Wiener kaiserlichen Hofes. Im 16. Jahrhundert erweiterte sich ihr Aufgabenbereich, sodass das Aufführen von Opern an sogenannten Galatagen, dazu zählten der Namenstag des Kaisers und der Kaiserin, sowie auch deren Geburtstag Pflicht wurde.

1918 kam es zum Zerfall der Monarchie, der auch beinahe das Ende der Wiener Hofmusikkapelle bedeutete. Doch durch den Einsatz des damaligen Rektors der Burgkapelle Josef Schnitt und einigen wohlhabenden Wiener Bürgern, konnte die Wiener Hofmusikkapelle gerettet werden. Deren weiteres Bestehen in Europa einzigartig ist, da es alle anderen bedeutenden Hofkapellen heute nicht mehr gibt.

Doch stellt sich nun die Frage, welche Funktionen die Hofmusikkapelle in Wien 100 Jahre nach dem Zusammenbruch der österreichischen Monarchie übernimmt und wer nun die Leitung dieser Einrichtung übernommen hat. Ist es der Bundespräsident, oder der Bundeskanzler. Wer verantwortet die musikalische Gestaltung, welche Struktur einer Hofmusikkapelle im 21. Jahrhundert ist adäquat?

Sonntag, 4. Juli 2021

Der gute Ton 5.7.2021: Anima und Bilingualität, Im Interview: Natascha Jean-Marain

Durch unsere globalisierte Welt sind wir verbundener denn je. Viele Künstler sprechen mehrere Sprachen vor allem in Europa, wo es auch normal ist manchmal mehrere Sprachen in einem Song zu hören. Warum sich die meisten Künstler doch für Englisch entscheiden oder welche Rolle die Sprachmelodie in der Musik spielt, hören Sie in dieser Sendung. 

Im Interview mit Sängerin und Stimm-Coach Natascha Jean-Marain wird dieses Thema erörtert. Sie erfahren darüberhinaus was ihr neues Projekt "Anima" ist und hören natürlich Musik von der Künstlerin höchst persönlich.


Sie hören folgende Stücke:

Naima- Anima

Livemitschnitte vom Konzert- Anima


Gestaltung der Sendung: Noëmi Haffner 

Tonmeister: Anton Vertipolokh


Montag, 7. Juni 2021

Der gute Ton 7.6.2021: Pastorale

Zu Gast ist der Kunsthistoriker und Kunstvermittler Rolf Wienkötter. Besprochen werden idyllische Hirten- bzw. Schäferszenen in Malerei.

Folgende Bilder kommen in der Sendung vor:


Moderation & Foto: Lissie Rettenwander
Tonmeister: Jakob Kainz 

Service: https://www.khm.at/

Montag, 10. Mai 2021

Der gute Ton 10.5.2021: keiwi eiwi eiwi / höörla leck leck leck

Hans Breuer kennt sich mit Schafherden aus. Er war über vierzig Jahre lang Wanderschäfer.

 
Lissie Rettenwander ist auf einem Tiroler Bauernhof mit einer Rinderherde aufgewachsen. Lissie will von Hans wissen, wie das mit den Schafen ist, denn von Schafen hat sie keine Ahnung. Und wie kommunizieren Tiere und Menschen miteinander?
 
 
Moderation: Lissie Rettenwander
Tonmeister: Anton Vertipolokh
Fotos: Hans Breuer

Donnerstag, 8. April 2021

Der gute Ton 12.4.2021: Wir lernen Judit Varga kennen

© Attila Nagy

Judit Varga ist seit diesem März Leiterin des Institutes für Komposition, Elektroakustik und Tonmeister_Innen-Ausbildung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. In unserer Sendung gibt sie Einblicke in ihren musikalischen Werdegang, ihre kompositorische Tätigkeit und ihre neue Aufgabe an der Spitze unseres Institutes.

Moderation: Jakob Kainz
Tonmeister: Christoph Jainek

Montag, 8. Februar 2021

Der gute Ton 15.2.2021: Hören - Hinhören und Einfühlen

In der heutigen Ausgabe von campus radio / Der gute Ton geben ein Student und eine Studentin der Karl Franzens Universität Graz aus der Lehrveranstaltung MUsikwissenschaft und Radio Einblicke in einen Bereich ihrer wissenschaftlichen Arbeit:

Von Gamelan-und Sho-Klängen bei Benjamin Britten bis zu verschiedenen Klanglandschaften in einer Komposition reichen die untersuchten Einflüsse.

Dabei spielt die Akzeptanz, die der Musik entgegen gebracht wird, eine entscheidende Rolle, die das Hören erweitern kann. Hinhören, die neuen oder gar alltäglichen Klänge in einem Stück bewusst wahrnehmen und als einen Teil der Musik akzeptieren, ist das Credo, welches in den zwei Beiträgen zum Ausdruck kommen soll.

Elisabeth Harnik ist eine der Komponistinnen, die das Konzept der Soundscapes umschreibt. Soundscapes, ein in den 1960er Jahren entstandener und von dem Klangforscher Murray Schafer geprägter Begriff, der die akustische Umgebung.

Soundscape, also Klanglandschaft und Klanglandschaften, können natürlich verschiedene sein. Es können komponierte Klanglandschaften sein, es kann sich auch auf das beziehen, was wir in unserem Alltag hören, also die Klangumwelt. Sowohl der Ort als auch die Aufmerksamkeit, die wir dem Klang schenken, bestimmen die Klanglandschaft.

Exotismus – was ist Exotismus ? Musikschaffende Europas nehmen Elemente außereuropäischer Musiken auf. Ein Begriff, der den Vorwurf der Imitation und des Kopierens in sich trägt.

Dieser abschätzige Vorwurf, auch Eklektizismus genannt, wird im lange Zeit vielfach zitierten Musiklexikon »Musik in Geschichte und Gegenwart« getätigt; und zwar in Bezug auf Benjamin Brittens Ballett The Prince of the Pagodas.

Ein Vorwurf des Eklektizismus, der sich darauf reduziert, dass es illegitim sei, Inspiration aus anderen Kulturen zu übernehmen, wäre verkürzt. Es geht in Brittens Werk nicht um eine wahllose Zusammenstellung von Materialien, die sich außereuropäischer Musik verdanken, sondern es geht um Anklänge und sozusagen die Rezeption von Hörerfahrung, die Britten bei seinen zahlreichen Konzertreisen gemacht hat.

Montag, 18. Januar 2021

Der gute Ton 18.1.2021: Der Komponist/die Komponistin des 21. Jahrhunderts

„Komponieren heißt ja nichts anderes als Zusammenstellen und ein Zusammensteller/eine Zusammenstellerin, puh, was ist das schon.“- Durch die Weitung des Begriffs ist es garnicht mehr so klar was heutige Komponisten eigentlich können sollten. Ein Komponist ist also entweder alles oder nichts.


Im Gespräch mit Komponisten des 21.Jahrhunderts: Bernhard Lang, Dietmar Schermann, Javier Garcia und Tanja Elisa werden Fragen zu diesem Thema erörtert und diskutiert. Ob Komponisten heutzutage einen erkennbaren Personalstil haben sollten, wie die Komponisten von früher, deren Tonsprache man mehr oder weniger erkennen konnte, oder ob es eine Hierarchie von Genres und Kompositionsrichtungen gibt, erklären uns Kompositionsstudenten, Professoren und Praktizierende des Fachs. 


Sie hören folgende Stücke:

Echoing Sinosity: Javier Garcia, Loops for Gary (6 Sätze) : Bernhard Lang, Mi Ricordo Che (2020) und Trio für Viola, Flöte und Klavier: Dietmar Schermann, Kahne be Kahne: Tanja Elisa


Gestaltung der Sendung: Noëmi Haffner 

Tonmeister: Anton Vertipolokh


Mittwoch, 25. November 2020

Der gute Ton 14.12.2020: CORONATALK mit Dr. Marco Pogo -Wir haben die Maske voll

„Die Bierpartei, die hom ja kein gscheits Programm, das is ja ois zam ein Scherz.“ (ein Wiener) Nach diesem Interview garantiert nicht mehr! Die Bierpartei ist längst keine Satire oder Spaßpartei mehr, es geht um mehr, es geht um Inhalt, es geht um Wien, um Menschen und ein bisserl a Humor hat noch keinem geschadet! Wir befinden uns mitten im 2. Lockdown, Corona hat uns fest im Griff, auch und vorallem die Kunstschaffenden. Dominik Wlazny aka Dr. Marco Pogo beantwortet unsere Fragen und lässt uns tief in seine politische und private Seele blicken. Arzt, Musiker, Politiker, Biertrinker, …. Mensch. Wagen Sie mit uns (Judith Jandl und Christoph Jainek) einen authentischen Blick hinter und vor die Kulissen der Bierpartei und lernen Sie Dominik… äähm Dr. Marco Pogo so kennen, dass der erste Satz seinen Halt verliert. A Mensch is a Mensch – Dr. Marco Pogo

Freitag, 30. Oktober 2020

Der gute Ton 2.11.2020 Ein F A L für 3 - Das neue Future Art Lab am mdw-Campus (Arbeitstitel)

"Future Art Lab -  Ausbildungsstätte der Zukunft"


Hundeknochen, Freiluftbüro, Akkuschrauber“. Jakob Kainz und Lissie Rettenwander waren in den letzten zwei Oktoberwochen 2020 im future art lab (kurz FAL) unterwegs. Das neue Gebäude auf dem mdw-Campus. Erstmals sind folgende drei Institute unter einem Dach versammelt: "Institut für Konzertfach Klavier" (Institut 4), "Institut für Film und Fernsehen" besser bekannt als „Filmakademie Wien“ (Institut 11) und "Institut für Komposition, Elektroakustik und TonmeisterInnen-Ausbildung" (Institut 1). Es folgen einige Reaktionen von Studierenden, zukunftsweisende institutsübergreifende Gespräche zwischen Lehrpersonen und ein akustischer Rundgang durchs neue Gebäude.
Die Situation: letzte Bauarbeiten und Covid-19 Regelungen… kurz vor dem zweiten Lockdown. 

Montag, 20. April 2020

Aus der Konserve
Gedanken zum Radio der Zukunft von Konstantin Kuzmanovski


In der Zukunft fliegen uns spacige Aircrafts um die urbanen Ohren. Außerdem übernehmen uns Roboter die Zukunftsarbeit. In der Zukunft werden wir nicht mehr krank, Chips in unseren Körpern regeln das.

Das ist die Zukunft. Sie ist leise, schön, hocheffizient und ein Wunder der Technologie.
Leider ist unser Verbrauch so groß, dass wir als Menschheit die eigene Lebensgrundlage bis ins Eck ausbeuten. Das Träumen haben die Boomer übernommen, junge Leute heute müssen sich andere Fragen stellen.

Ich soll etwas zum Radio der Zukunft schreiben. Ich war zuerst ideenlos, und hab den Begriff dann einfach gegoogelt. Die Zukunft des Radios scheint in 5G zu liegen, oder nicht wie andere behaupten. Oder in Podcast-Formaten, jedenfalls Stream, man möchte Schritt halten.

Schritt halten: wer gibt das Tempo an?
Fortschritt ist Verschleißprodukt, wenn er über die eigene Grundlage hinwegzieht. Wird heute etwas entwickelt, muss es mit den aktuellen Trends konform sein, um sich die Legitimierung in der Führungsetage zu sichern.

Dabei denke ich: es gibt den Fortschritt nicht als eine geschichtliche Entwicklung. Etwas kann nur anders sein als es früher einmal war.
Geht es Menschen schlecht, und ist das zu ändern, soll das unbedingt getan werden. Das ist dann aber kein Fortschritt, sondern ein In-Balance-halten. Unsere Welt ist stark vergesellschaftlicht, daher ist das überhaupt notwendig (=Politik).

Konservativ sein

Pfui! Denkt man sich als noch so linker automatisch.
Dabei ist ein gewisses Maß an Besinnung auf bereits Getanes, Gedachtes, Geschriebenes so wichtig heute.
Heute nämlich, so der Zeitgeist, „zählt die originäre Entwicklung um ihrer Selbst willen“ mehr als das schon Bekannte.
Der Künstler Peter Ablinger sagt: „[…] Lernen, dass Bewahren ein wichtigeres Ziel ist als Verbrauchen“.
Qualitative Merkmale wurden ihm zufolge in den letzten Jahrzehnten zunehmend durch Entstehungsdaten ersetzt. Die Inthronisierung des, wie Ablinger es nennt, „Kalter-Krieg-Kriteriums“, das Kriterium des Zuerst.
Wer schickte die erste Rakete in die Umlaufbahn, wer schaffte den ersten bemannten Allflug, wer den ersten Beweibten, wer war zuerst am Mond, etc.

Unsere Kultur heute legt großen Wert auf Kreativität: originelle Erkenntnisse, die unerwartet auftauchen. Der Sensationswert und damit die Aufmerksamkeit, die sich zu Geld machen lässt, ist hier größer als bei der bloßen Überlieferung.

Geschichtliche Rückblicke sind wertvoll, nicht weil früher irgendetwas besser war, sondern um uns daran zu erinnern, dass es nicht sein muss, wie es ist. Es gab einmal völlig andere Paradigmen von Wertvorstellungen und es wird andere geben. Angesichts unserer begrenzten Zeit bis zum Klimakollaps, bitte schnell!

Eine wesentlich nachhaltigere Moralvorstellung als die des Verschleißes, des Neuen, des Mehrverbrauchs klingt aus heutiger Sicht auf den ersten Blick konservativ, im negativen Sinne. Dabei bedeutet konservieren nur bewahren. Wertkonservative bewahren kategorisch das, was sie kennen. Man sollte aber bewahren, was gut ist.

Konfuzius spricht von der Bedeutung eines umfassenden, in jahrelanger Arbeit erworbenen Wissens. Tugenden müssen ein Leben lang gepflegt und kultiviert werden. Wer man wirklich ist, bestimmen tiefsitzende Verhaltensmuster.
Ein wichtiges Tool dabei ist das wiederholte Erinnern, und erinnert werden an Dinge, die man vielleicht schon weiß. Konfuzius sah sich nur als Übermittler: „beschreiben und nicht machen“.

„Wir brauchen ein Korrektiv für unsere Maßlosigkeit. Die moderne Welt ist zwanglos, egalitär und auf Neuerungen fixiert. Im Umkehrschluss laufen wir Gefahr, impulsiv, respektlos und nachlässig zu handeln.“

Das Radio der Zukunft könnte zu einem Radio der Gegenwart werden.

Als Medium zeichnet sich das klassische Radio dadurch aus, dass es zentralistisch und von einem physischen Ort aus gesendet wird. Es gibt zwar Sender, zwischen denen man wählen kann, im Groben ist aber das Gerüst der Sendung fest und in der Zeit für alle gleich, die daran teilnehmen. Das ist heute oldschool und eine Form der Zwangsbeglückung. Hier liegt die Chance für ein Korrektiv.

Die Arbeit der bewahrenden und übermittelnden Archivare ist genauso wichtig wie die Arbeit der Kreativen, die Revolutionär spielen. Ö1 ist schön konservativ und damit sich der Fuchs in den Schwanz beißen kann, soll das auch so bleiben!

     (Gedankenstrich)




Dienstag, 5. November 2019

Der gute Ton 2.12.2019 - Selfies im Studio



Im Interview zu Gast ist der Tonmeisterstudent Paul Weinreich, der sein Hobby vorstellt. Er singt alle Stimmen bekannter Gesangssätze übereinander ein, vom Countertenor bis zum Bass. So entsteht der Eindruck, es würden mindestens vier unterschiedliche Personen zusammen singen.

Moderation: Lenard Fuchs
Technik: Konstantin Kuzmanowski

Eh da: Julius Rüggeberg